„Lustige LeseLeute “ im Kiez

Der Leseclub am Friedrich-Engels-Gymnasium

„Percy Jackson, Gregs Tagebuch, Tintenherz von Cornelia Funke…“ - diese und andere Buchtitel fallen im lauten Durcheinander der Kinderstimmen auf die Frage nach ihren Lieblingsbüchern. Diese finden die begeisterten jungen Leser im Leseclub „ Lustige LeseLeute“ am Friedrich-Engels- Gymnasium. Finanziert von der Stiftung Lesen und in Zusammenarbeit mit dem Verein „Aufwínd“ öffnete der Club nach den Winterferien.

Hier können die Mädchen und Jungen von Montag bis Donnerstag immer von 14.45 – 16.30 Uhr in die Welt der Feen, Monster, sprechenden Tiere und kämpfenden Helden eintauchen. Bequem in die Leseecke gelümmelt, lesen die zumeist Zehn- bis Zwölfjährigen in den neusten Ausgaben ihrer Lieblingsbücherserien.

Jeden Mittwoch ist Leseaktionstag. Auch wenn anfangs schon mal ein „Bücherwurm“ fragte: „Was hat das denn mit Lesen zu tun?“, so sind die jungen Leser doch begeistert dabei, wenn die Buchfiguren zu Ritterspielen einladen, eine Fotostory entsteht oder Kostüme gebastelt und Dialoge der Buchhelden gespielt werden. Auch eine gruselige Lesenacht in der Schulaula ist im Juni geplant.

Die Leseerlebnisse werden von den Schülern der Oberstufe erdacht und durchgeführt. Das bringt nicht nur Spaß für die jüngeren Schüler. Eine Betreuerin des Aktionstages hat nun ein festes Berufsziel: Erzieherin oder Lehrerin werden!

Der Leseclub ist aber auch mit der Bibliothek am Schäfersee im Bunde. Einmal monatlich ist er zu Gast am Schäfersee, z.B. zu einer Leseralley. Im Gegenzug empfängt der Leseclub ebenfalls monatlich die Bibliothekarin auf dem roten Lesesofa.

Demnächst erwarten die jungen Leser den Journalisten Alexander Kulpok. Sie sind gespannt, welchen Aktionstag er mit ihnen gestalten wird. Wie steht es mit Ihnen, liebe Leserinnen und Leser der Eulenpost? Wer von den Eltern oder Großeltern in unserem Kiez hat nicht auch einmal Lust, den lesefreudigen Kindern und Jugendlichen einen Aktionsnachmittag zu schenken? Lesen Sie vor, basteln, musizieren, dichten, schaupielern Sie! Wir würden uns freuen.

Der Leseclub ist offen für Kinder und Jugendliche aus dem Kiez bis zu 12 Jahren. Also, wer Lese – Lust und /oder Aktionsideen hat, melde sich unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! (Stichwort Leseclub) oder komme direkt zum Leseclub in die Emmentaler Str. 67, ins Friedrich-Engels-Gymnasium.

Text: K. Dahlke / Fotos S. Lübcke

Lesenacht im Leseclub

Freitag, der 09.05.14, es ist 18 Uhr und vor dem Eingang des Friedrich-Engels-Gymnasiums stehen vier Schülerinnen der Oberstufe.

Nacheinander kommen immer mehr Schüler der 6./7. Klasse, bepackt mit Schlafsack und anderen Dingen,

um eine Nacht in der Schule zu überleben und begeben sich in die Aula.

Mit dem Lese-Club planen Schüler aus dem Deutsch- Leistungskurs einen Tag,

in diesem Falle einen Abend mit den Schülern des Lese-Clubs.

Sie wollen sich gruseln und in der 109 Jahre alten Schule übernachten,

deren einer Flügel im 2. Weltkrieg als Lazarett diente, wenn das nicht umheimlich ist!

Dann passt es ja nur zu gut, in der Schule eine Lesegruselnacht zu veranstalten.

Das Spektakel findet in der Aula statt, wo sich nun insgesamt 10 Personen befinden.

Nachdem die Schlafsäcke vorbereitet wurden sind, setzt man sich in einem Stuhlkreis zusammen und stellt sich aneinander vor.

Nach der Vorstellungsrunde zeigt uns die betreuende Sozialpädagogin,

wie man durch eine Tür im hinteren Bereich der Aula in ein Treppenhaus und dann ins Lehrerhäuschen gelangt,

wo wir unser Essen im Kühlschrank der Lehrer verstauen.

Ich bin wahrscheinlich nicht die Einzige, wenn ich sage, das ich mir vorkomme, als wäre ich in ein Geheimnis eingeweiht worden.

Nachdem wir mit der Führung fertig und ein Kennenlernspiel gespielt haben, basteln wir Lesezeichen.

Hierbei kann man sich entscheiden, ob das Motiv gruselig oder nicht werden soll.

Während wir alle vertieft in unsere Arbeit sind und nichts Böses im Sinn haben, läutet auf einmal die Schulglocke und bringt vor allem die Schülerinnen des Deutsch- Leistungskurses zum Schreien.

Es wird darüber diskutiert, ob die Schulglocke immer um diese Zeit läute oder ob der Hausmeister sich einen Spaß erlaubt habe.

Das darauf folgende Spiel "Mord im Dunkeln" zerrt an unseren Nerven.

Während in der imaginären Discothek gruselige Hintergrundmusik am Laufen ist,

treibt der Mörder sein Unwesen.

Jeder Zeit kann man am Rücken berührt werden und dann ist es aus für einen.

Ich habe das Gefühl, die Musik würde lauter, unheimlicher und ja, erdrückender werden.

sie unterstreicht nur zu gut die angespannte Atmosphäre.

Mit geschlossenen Augen erscheint es mir fast so, als würden Fiktion und Realität zu einem Ganzen verschmelzen.

Ein Schrei ertönt, es ist beunruhigend, doch wenigstens darf man die Augen wieder öffnen, als der Detektiv eintrifft.

Nach mehreren "toten" Schülern und großem Spaß wird auf der Bühne eine Gruselgeschichte über eine verhexte Puppe erzählt.

Die Musik läuft noch weiter, es ist eine Komposition, die zu jedem gruseligen Film laufen könnte.

Man hört abwechselnd das Zuschlagen- und Quietschen von Türen, Wolfsgeheul, Frauengeschrei, Schritte und vieles mehr, was mein Gehirn wahrscheinlich nun unbewusst verdrängt.

Die Geschichte hat ein offenes Ende, weshalb die Schüler dann in Gruppen ihr ihr persönliches Ende verleihen können.

Danach verlasse ich die Schule und flüchte in die Arme der Dunkelheit.

Auch wenn es dunkel ist, habe ich das Gefühl, ich sei in Sicherheit,

als sei die ganze alte Last der Schule wie ein gefangener Geist bei meinem Abgang vor der Türschwelle stehen geblieben.

Ich bedaure die Zurückgebliebenen, ob sie wohl die Lesegruselnacht in der Aula überleben werden?

Am nächsten Tag haben sie es, zum Glück!

Leseclub „ Lustige Leseleute“ am Friedrich-Engels-Gymnasium Berlin – Reinickendorf

Elvin Gökce

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