Darstellendes Spiel

In diesem Schuljahr präsentieren wir gleich vier Inszenierungen!

 

Den Anfang machen wie immer die Abiturienten:

 

14. und 15. März 2017:

"Criminal weibs"

eine Neubearbeitung und Verlegung von  Friedrich Schillers

"Die Räuber" in eine Frauen-WG im 21. Jh.

gespielt vom 4 . Sem. unter Leitung von Fr. Szur

jeweils 19 Uhr in der Aula!

 

 und

 

21.3. und 23.3.2017

"Vicious circle"

eine Eigenproduktion in Anlehnung an

J.P. Sartres "Geschlossene Gesellschaft"

gespielt vom 4. Sem. unter Leitung von Fr. Buchholz

jeweils 19 Uhr in der Theaterwerkstatt

 

 

Dann folgen die Grundkurse des 11. Jahrgangs:

 Leider sind wir nicht fertiggeworden und müssen die Aufführungen in das nächste Schuljahr verschieben:

vor den Herbstferien

in der Theaterwerkstatt


"Das Wintermärchen" von Shakespeare

gespielt vom 3. Sem. unter Ltg. von Fr. Szur

Hier nehmen wir Shakespeares letztes Drama nicht so ganz ernst und wollen mit spaßiger Kostümierung, der Einblendung von Musik und vor allem der Einbeziehung des Publikums, das bei uns den Part des "Meeres"   übernehmen wird, für einen eher unterhaltsamen Abend sorgen. Ganz ohne Augenzwinkern geht es bei diesem Stück sowieso nicht, denn die Moral von der Geschicht' ist so umwerfend ja nicht!

 

und

bislang ohne Terminfestlegung

eine Adaption von Dürrenmatts "Besuch der alten Dame"

 gespielt vom 3. Sem. unter Ltg. von Fr. Kilchert

 

 

 

Schauspiel im Nebenfach oder darf es auch etwas mehr

fürs Leben sein?

 

Das Friedrich-Engels-Gymnasium kann sich rühmen, die eigentliche Geburtsstätte des Schulfaches Darstellendes Spiel zu sein. Rudi Müller-Poland hat das Theaterspiel hier zum eigenständigen Unterrichtsfach erhoben und unserem Fachbereich einen - von ihm bewusst Theaterwerkstatt genannten – Raum erkämpft. Wir verfügen über eine zweckmäßige Ausstattung und der Möglichkeit zu flexiblen Bühnenformen.

Das Fach beginnt mit einer AG der 10. Klassen, deren Besuch für die Aufnahme in die folgenden Grundkurse der Oberstufe Voraussetzung ist. Wer drei Jahre an diesem Fach teilgenommen hat, kann es als 5. Prüfungskomponente im Abitur wählen.

In den Grundkursen erarbeitet man in Projekten Theateraufführungen, die der Schulöffentlichkeit alljährlich an drei bis vier Abenden präsentiert werden.

Dieses Fach wirkt also nicht im Verborgenen, letztlich muss man hier mit seinem

Arbeitsergebnis heraus- und auftreten, was alle Beteiligten stets unter Stress setzen

kann. Der Aufwand an Proben übersteigt häufig die Vorgabe der Pflichtstundenzahl, dies sollte sich jeder Interessent zuvor bewusst machen!

Was nur wenige ahnen, auch in diesem Fach werden Klausuren geschrieben und vor allem komplexe Lernziele verfolgt, die gerade soziale Kompetenzen betreffen, einige Beispiele seien genannt:

 

• Abstimmung persönlicher Erwartungen mit den Interessen anderer.

• Eigene Verhaltensklischees erkennen und sie auflösen.

• Die Verletzbarkeit anderer erkennen und respektieren lernen.

• Mitarbeit an der Herstellung eines guten Arbeitsklimas.

• Sich ohne Aufforderung dort tätig einsetzen, wo Unterstützung notwendig ist.

 

Es geht also um mehr als nur um Bühnenzauber. Um ein Stück gemeinsam auf die Beine zu stellen, ist ein von gruppendynamischen Prozessen begleiteter langfristiger Arbeitsvorgang notwendig, in dessen Verlauf Schüler erstmals spüren, was es heißt für ein Gruppenergebnis verantwortlich zu sein. Eigenes Fehlverhalten wie Unpünktlichkeit, Unkonzentriertheit, Arroganz, fehlende Textkenntnisse, Trägheit etc. schaden nicht wie sonst nur der eigenen Note, sondern plötzlich dem gesamten Projekt. Natürlich bringen die Improvisations- und Erarbeitungsphasen jede Menge Spaß, nur, um am Ende zu dem erträumten Bühnenauftritt zu gelangen, muss ein langer Weg mit unglaublich viel Disziplin und Frusttoleranz durchstanden werden. Von diesen elementaren Leistungen ist später in der Aufführung gar nichts zu sehen, deshalb erscheint vielen das Fach unbeschwerter als es in der Realität ist.

 

 

Das Doppel der lachenden und weinenden Maske gilt als Symbol der Theaterwelt.

Ich habe dieses Doppelgesicht früher im Sinne von Komödie und Tragödie gedeutet. Die Erfahrung aktiver Theaterarbeit mit ein bis zwei Aufführungsprojekten pro Jahr hat mich gelehrt, dass sie als Januskopf für einerseits Zweifel, schlaflose Nächte, Zusatzproben und andererseits für Euphorie im Schlussapplaus, Bestätigung und Gemeinschaftsgefühl stehen – und diese positive Seite wiegt am Ende alles auf und macht das Fach zu etwas ganz Besonderem!

 

Regina Szur

 

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